Katholische Kirche in Winterthur

Seelsorge

Bedrückt - traurig - depressiv? Vortrag der Psychiaterin Dr. Bernadette Ruhwinkel

11.10.2017

Gut besucht war der Nachmittagsvortrag der Winterthurer Psychiaterin Dr. Bernadette Ruhwinkel am 4. Oktober 2017. Bedrückt - traurig - depressiv? war der Titel ihres Beitrags. Und wirklich verschwimmen die Begriffe ja in der Umgangssprache oft: Ist also depressiv, wer hie und da schlechte Tage hat und sich antriebslos fühlt. Dr. Bernadette Ruhwinkel zeigte klar, wo Stimmungsschwankungen in Depressionen übergehen und vor allem, was man gegen beides tun kann.

Besonders eindrücklich war aber der Zusammenhang zwischen Demenz und Depression, den die Ärztin aufzeigte: Depressionen können zu Konzentrationsproblemen und Gedächtnisstörungen führen. Deshalb würden depressive Menschen immer wieder für dement gehalten und entsprechend behandelt - ihre wirkliche Grunderkrankung, die Depression, bleibe aber untherapiert.

Dr. Bernadette Ruhwinkel ermunterte das Publikum deshalb, bei vorübergehenden Stimmungsschwankungen selbst aktiv zu werden, also bewusst den Austausch mit anderen Menschen zu suchen, sich viel zu bewegen, eine klare Tagesstruktur zu pflegen, zum Beispiel ganz bewusst regelmässige Mahlzeiten einzunehmen.

Darüber hinaus zeigte sie auch, dass Depressionen behandelt werden müssten - und könnten. Neben Medikamenten zeige eine Psychotherapie mit regelmässigen Gesprächen bei älteren Menschen oft gute Resultate, so Dr.  Ruhwinkel.

Der Vortrag wurde angeboten von der Katholischen Spitex Winterthur in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Peter und Paul.